Geschichte der Zimmerei Strutz
Peter Orasch (geb. 13.1.1877) erwarb 1906 von Rupert Tschemernjak, dem damaligen Besitzer des Grauscherhofes, die Parzelle 245 an der späteren Bad-Stich-Straße und errichtete dort ein Sägewerk mit Zimmereibetrieb. 1911 und 1912 folgten weitere Zukäufe; auf Parzelle 246 baute er das Wohnhaus, das bis 2026 erhalten blieb und vom heutigen Eigentümer Ferdinand Strutz saniert wurde. |
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Peter Orasch wohnte zunächst in der sogenannten Fernatsch-Keusche, Krumpendorf Nr. 6 (ehemalige Wipponig-Badstube). Das Objekt erwarb er 1921 von Josef Probst und verkaufte es noch im selben Jahr äußerst gewinnbringend an den Schlosser Hubert Neureiter weiter. Heute (2026) befindet sich dort das "Friseurstudio Haarwerk" in der Hauptstraße 172. |
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Agnes Orasch (geb. 17.8.1879), geborene Hofer und Gattin von Peter Orasch, übernahm nach dem Tod ihres Vaters Martin Hofer, vulgo Grauscher, im Jahr 1896 gemeinsam mit ihrem Mann das Grauscher-Anwesen. Ein Zimmerplan von 1935 belegt, dass Peter Orasch ein "Häuschen in Waldesnähe" sowie ein Zweibettzimmer im Wohnhaus am Firmenareal vermietete. Das Wohnhaus wurde überwiegend von italienischen Arbeitskräften errichtet, eine damals in Kärnten übliche Praxis. Das Sägewerk war mit einem Gatter für 5-Meter-Stämme und einem Vollgatter für längere Stämme ausgestattet; etwa zwei Drittel der Arbeit entfielen auf das Sägewerk, ein Drittel auf die Zimmerei, die in der damaligen Baukonjunktur stark nachgefragt war.
Mittels AI animiertes Foto |
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Auf Peter Orasch folgte sein Sohn Georg, der den Betrieb später für 10 Jahre an die Firma Printschler verpachtete. Danach übernahm Ferdinand Strutz (Enkel von Georg Orasch) den Betrieb. Bereits in den 1930er-Jahren befasste man sich mit See-Einbauten, da immer mehr Villenbesitzer am Wörthersee Brücken errichten ließen. Orasch war der Erste, der die Piloten mithilfe des sogenannten "Hoja-Mandl" maschinell per Traktor einschlagen konnte; zuvor erfolgte dies händisch. Jetzt unter Zimmermeister Ferdinand Strutz werden die Piloten mit speziell dafür angefertigten Gerätschaften optimal eingeschlagen. |
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Ende der 1990er-Jahre nahmen diese Arbeiten deutlich zu. Firmennachfolger Ferdinand Strutz verfügte über die entsprechende Ausbildung und war zudem als Tauchlehrer, unter anderem für die Kärntner Feuerwehren, tätig. Dadurch konnte er Unterwasserinspektionen bei See-Einbauten selbst durchführen, was die Arbeit erleichterte und ihn zu einem Spezialisten auf diesem Gebiet machte. Die Arbeiten im Bereich der See-Einbauten wurden in den letzten Jahren zum Haupttätigkeitsfeld des Unternehmens. Aufgrund der zunehmenden Verbauung in der Bad-Stich-Straße und der damit verbundenen Lärmbelastung stellte Ferdinand Strutz die Zimmerei und das Sägewerk am Firmenstandort ein. Auf mehreren Parzellen ließ er Eigentumswohnungen errichten und verkaufen. |
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Ferdinand Strutz begann unter Bezirksfeuerwehrkommandant Hans Koch mit der Ausbildung von Feuerwehrtauchern, zunächst vor allem in Krumpendorf. Gemeinsam mit Gerfried Bürger von der FF Töschling entwickelte er das Feuerwehrtauchen rasch weiter, musste diese Tätigkeit jedoch aus beruflichen Gründen bald beenden. Auch seine in Krumpendorf gegründete Tauchschule übergab er später an die Familie Utho-Christl. |
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Das "Gästehaus Inge" am Koschatweg, das Ferdinand Strutz nach dem Tod seiner Mutter Ingeborg 2022 übernahm, soll einem modernen Wohnhaus weichen. Ingeborg Strutz führte das Gästehaus über 50 Jahre sehr erfolgreich, in den letzten Jahren zusammen mit der Schwiegertochter Kerstin Strutz. |
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Zimmerei Ferdinand Strutz
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